LA VERITAT
Mehr schöne Postkarten über den Fluglärm des Flughafens Barcelona
Lesen Sie unsere schönsten Reklamationes an die Behörden (Spanisch)
Flughafen Barcelona (El Prat): Eine unerträgliche Lärmquelle
Seit dem 27. Oktober 2005 starten täglich bis zu 900 Flugzeuge direkt über den Städten Gavà und Castelldefels (insgesamt über 100.000 Einwohner).
Castelldefels hat über 60.000 Einwohner, aber keine eigene Feuerwehr und keinen einzigen Krankenwagen, da diese "Dienstleistung" privatisiert wurde, und jemand aus der Nachbarstadt die Alleinvertretung für die Krankenwagen hat. Punkto Feuerwehr: Castelldefels hat grosse Wohnsiedlungen, mit tausenden von Bäumen und einige Waldflächen.
Der Lärm ist unerträglich, insbesondere in den Wohnsiedlungen südlich von Castelldefels, die direkt zwischen Meer und einer küstennahen Bergkette (“Macizo del Garraf”) liegen, da die Flugzeugmotoren an den Hängen und Täler dieser Berge einen furcherregenden Wiederhall erzeugen, welcher seinerseits unerträgliche Resonanzerscheinungen zur Folge hat: Der ganze Kosmos scheint zu erzittern.
Seit dem 27.9.2005 fällt auch ein schwarzer Staub auf unsere Häuser und auf die Landwirtschaftsbetriebe, die sich in unmittelbaber Nähe des Flughafens befinden (Vorsicht mit den spanischen Artischocken, die hier in grossflächig angebaut werden!).
Das Waldsterben hat hier in Spanien erst angefangen: Nur in der Stadt Castelldefels sind tausende von Pinien und andere Bäume und Planzen von Pilzen befallen (Sphaeropsis und Botryosphaeria), und daher schwer todkrank...
Sie finden eine Dokumentation darüber (auf Spanisch) in www.amics21.com/laveritat/senosmueren.htm
Obschon wir vor Monaten unsere Behörden davon informiert haben, scheint sich niemand um das Problem zu kümmern.
Neben Schlaflosigkeit (die Maschinen starten zwischen ca. 6:30 Uhr und 23 Uhr), leiden tausende von uns an einem chronischen Husten, da wir wahrscheinlich Unmengen von Russpartikeln einatmen.
Bis heute haben die Behörden nichts unternommen. Die Bevölkerung wurde weder über den Lärm-Pegel noch die Schadstoffbelastung informiert. Die Reklamationen an die für den Betrieb des Flughafens zuständige Behörde AENA (“Aeropuertos Españoles y Navegación Áerea”, bcnreclamaciones@aena.es) werden –wie üblich in Spanien- nicht einmal beantwortet!
Im September 2004 wurde die 3. Piste des Flughafens Barcelona eröffnet, aber es kommt noch schlimmer: Die Regierung spricht bereits von einer 4. Piste. Dabei gibt nicht zu weit von Barcelona zwei Flughäfen, die einen Teil des ständig wachsenden Flugverkehrs absorbieren könnten: Girona und Reus.
Doch die autonome Regierung von Katalonien (“Generalitat de Catalunya”) ist dem Grössenwahn verfallen. Eine wachsende Anzahl von Billigflügen bringt immer mehr “Touristen” nach Barcelona, die so bettelarm sind, dass die ganze Altstadt von Barcelona (Barrio Gótico) nach menschlichen Ausscheidungen stinkt. Die Stadtbehörden müssen täglich die Strassen und Wände waschen. Ein Beispiel von diesem neuen Massentourismus: Bei Angeboten von 19 Euro London-Barcelona hin und zurück, kann sich ein Engländer spielend ein Sauff-Wochenende in Barcelona (selbstverständlich ohne Hotel) mit dem Kauf von Zigarretten finanzieren (Kosten: ca. 1,20 Euro pro Packung) und sogar noch etwas dabei verdienen.
Und die (Billig-)Fluggesellschaften machen florierende Geschäfte auf unsere Kosten, ohne eine Entschädigung für die von Ihnen verursachte Belastung für Mensch, Tier und Umwelt (Terror!) bezahlen zu müssen...
So weit hat uns der zügellose Neoliberalismus gebracht!
Castelldefels, 17.12.2005
Mit freundlichen Grüssen
Manuel
Franquesa
Herausgeber der virtuellen Wochenzeitung LA VERITAT
www.amics21.com/laveritat
la_veritat@yahoo.com
Von:
U. P. E.
Gesendet: Sonntag, 27. Mai 2007 13:28
An: moritz.leuenberger@gs-uvek.admin.ch
Betreff: Pfingstsonntagmorgen
Sehr
geehrter Herr Bundesrat Leuenberger!
Leider
bin ich kein wirklicher Blogger. Trotzdem möchte ich Ihnen meine Eindrücke
des heutigen
Pfingstsonntagmorgens
auf diesem Wege direkt übermitteln
Damit
auch andere an diesem Eindruck teilhaben können, erlaube ich mir dies auch
in weiteren
Kreisen
zu verbreiten.
Mit
freundlichen Grüssen
U.
P. E.
Gockhausen
Ein
Pfingstmorgen
Morgenstund
hat Gold im Mund. Ich recke mich und strecke mich und lausche den sanften
Morgengeräuschen, die da auf mich zu donnern, drehe mich dann nochmals um,
denn es ist erst 6:08 Uhr und nur ein Airbus 330 aus Ryadh – mein sonntäglicher
Frühweckdienst aus Saudi Arabien.
Mit
geschlossenen Augen geniesse ich müde dem Morgengesang der zwitschernden
Singvögel, doch der nahende Riesenvogel ist 100 mal lauter, hat einen
rot mit weissem Kreuz gezeichneten Schwanz und ist nur für mich aus
Mumbai herbeigeflogen. Er hört auch auf den Namen Airbus 330 und ist
Mitglied des schweizerischen Weckdienstes mit bundes-deutscher Unterstützung.
Es ist 06:10 Uhr.
Noch
einmal versuche ich die grossen Vögel zu vergessen und mich von den kleinen
zurück in den verdienten Wochenendschlaf bringen zu lassen, aber
irgendeiner muss erfasst haben,
dass
ich an diesem Pfingstsonntag noch immer nicht aufgestanden bin.
Ich
öffne vorsichtig erst das eine Auge und dann noch ein wenig das zweite.
Nein, ich täusche mich nicht. Ein grelles Licht leuchtet direkt auf mein
Bett, direkt in mein Auge.
Immer
wieder passiert mir diese Irritation, aber nur so lange, bis ich auch den
pfeifenden Ton erkenne, welcher entsteht, wenn der Pilot des Airbus 340
allen vier Triebwerken über unserem Haus nochmals einen kräftigen Schluck
Kerosin verpasst um den Anfang der Piste in Kloten nicht zu verpassen. Das
Flugzeug aus Singapur gehört zum helvetischen Nach-weckdienst – ist ja
klar! Ich habe doch vergessen, den Weckdienst abzubestellen.
Es
ist 06:12 Uhr, 27. Mai 2007, Pfingstsonntag.
Auf
dem Weg in die Küche werfe ich meinen Computer an – ein morgendliches
Ritual. Während unsere Kaffeemaschine mein erstes Getränk in die Tasse drückt,
stelle ich mit Stolz fest, dass meine Kaffeemaschine immerhin die Boeing 777
aus Kuala Lumpur kurzfristig zu übertönen vermag – natürlich nur in der
Küche.
Tja,
ich habe nun als sonntäglicher, unfreiwilliger Frühaufsteher die Möglichkeit
in ungewollter Musse meine E-Mails zu sichten und via Internet die neusten
Nachrichten zu lesen. Diese Zeit muss ich keinesfalls alleine verbringen,
denn über mir donnern die grossen Vögel aus der weiten Welt herein. Sie
kommen aus Basel, Doha, Hurghada, Sharm-el-Sheikh, Nagkok und wieder
Hurghada. Es ist nun 07:15 Uhr und ich bin schon vor einer Stunden geweckt
worden.
Ein
Blick aus dem Fenster sagt mir, dass Fenster und Lamellenstore dringlich
wieder geputzt werden müssen. Sie verschmutzen wesentlich schneller seit
uns die Produkte von Boeing, Airbus, Avro, Embraer etc. täglich beehren.
Der nun etwas ölige und russartige Dreck lässt sich auch nicht mehr
einfach abwaschen, man muss schon richtig putzen.
Da
es nicht regnet, ist nun eine Temperaturinspektion angesagt. Ich trete mit
der Kaffeetasse in der Hand ins Freie und stelle fest, dass es merklich kühler
geworden ist, frisch aber dennoch angenehm.
Diese
Feststellung wird gleich mehrfach jeweils von American Airlines, Delta
Airlines und Swiss begleitet. Auch der Gartentisch hat schon wieder diese
leicht schmierige, russartige Schicht. Es schleicht mir der Gedanke durch
den Kopf, ob mein Aufgeben des Rauchens nun einfach von oben wieder
wettgemacht wird.
Es
ist nun schon 08:10 Uhr an diesem Pfingstmorgen und pünktlich folgt der
Morgengruss der Lufthansa aus Frankfurt – übermittelt mit einer Boeing
737 – klein aber laut.
Zu
den alles übertönenden Klängen von der Flüge LX 565 aus Nizza, LX 017
aus New York, BT 641 aus Riga, LH 3800 aus Berlin, FV 293 aus St.
Petersburg putze ich den Gartentisch.
Es
ist doch schon warm genug, um die Zeitung draussen zu lesen.
Es
ist 08:33 an diesem Pfingstsonntag und ich bin wirklich nicht allein!
Während
die Airbus 320 aus Paris gefolgt von der Airbus 321 aus Athen über unserem
Haus mit pfeifendem Fahrwerk nochmals Schub geben, überlege ich ernsthaft,
ob es gut sein könne, den Kaffee dem Fallout dieses Flugverkehrs
auszusetzen. Der andauernde Anflug seit über 90 Minuten muss die Luft da
oben schon ganz schön gesättigt haben und irgendwann kommt das Zeug ja
immer herunter. Der Gedanke wird mit einer Airbus 320 der Swiss aus Moskau
abgeschlossen.
Es
ist 08:40 in Gockhausen am 27. Mai 2007.
Frustriert
und müde, bin ja doch schon seit mehr als zwei Stunden wach gehalten worden,
erkenne ich meinen Gedanken als richtig und beschliesse die restlichen ca.
zehn zu erwartenden Anflüge durch meinen Luftraum im Haus abzuwarten.
Ich
bin mir bewusst, dass im Südanflug wahrscheinlich so etwas zwischen 100'000
und 200'000 Erdenbürger jetzt gerade ähnliche Stunden erlebt haben. Da ist
es doch für Herrn Bollacher sicher schön zu wissen, dass man zumindest im
Landkreis Waldshut so an die 1'500 bis 3'000 Menschen vor gleichen
Erfahrungen hat bewahren können.
U.
P. E.
Gockhausen
Übersetzung dieses Briefes ins Spanische
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